Dämmstoffe aus Naturfasern bestehen Dauertest

1. November 2016

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen verlieren ihre Gebrauchstauglichkeit auch in einem Zeitraum von mehr als 10 Jahren nicht. Das wies die Handwerkskammer Münster anhand der im Demonstrationszentrum „Bau und Energie“ eingebauten Naturdämmstoffe nach.

Im Münsteraner Demonstrationszentrum wurden u. a. Dämmstoffe aus Flachs, Hanf, Zellulose, Holzspäne und Holzfaserdämmplatten verbaut und mit Messfühlern versehen. Die Ergebnisse nach rund 11 Jahren zeigen, dass die Wärmeleitfähigkeit der Dämmmaterialien über den gesamten Zeitraum nahezu konstant niedrig blieb und die eingesetzten Dämmstoffe für einen sehr guten, dauerhaften Wärmeschutz sorgen. Feuchtemessungen ergaben zudem, dass sich in keiner Wand- oder Deckenkonstruktion Kondenswasser angesammelt hat.

Auch bei der Öffnung einzelner Bauteile wurden die Messergebnisse bestätigt: Die eingebauten Dämmstoffe wiesen hinsichtlich ihrer Beschaffenheit und ihres Zustandes durchweg positive Ergebnisse auf. Sie waren weder durchfeuchtet noch von sichtbarem Schimmel befallen, auch konnten keine Beschädigungen oder Konstruktionsveränderungen oder andere Auffälligkeiten nachgewiesen werden.

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen kommen immer noch verhältnismäßig selten zum Einsatz. Die durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass die Vorbehalte gegenüber diesen Materialien nach heutigem Kenntnisstand unbegründet sind. Mit der Langzeitstudie wurden sowohl die hochwertige Qualität als auch deren Funktionalität belegt.

Das entsprechende Vorhaben wurde über das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert. Informationen stehen auf fnr.de im Bereich Projektförderung unter dem Förderkennzeichen 22007213 zur Verfügung.
Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR)

Ökologische Baustoffauswahl

1. November 2016

Die Broschüre Ökologische Baustoffauswahl bündelt Tipps für Planer und Architekten. Was sind schadstoffarme Bauprodukte und woran erkennt man sie? Welche Baustoffe und Bauprodukte sind hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen problematisch und wie geht man am besten mit ihnen um? Antworten auf diese Fragen bietet eine neue Broschüre des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Sie liefert Grundlagen und Praxisbeispiele für das ökologische Bauen. Ihre Handlungsempfehlungen richten sich an Planer, Architekten und Bauherren.
Einen besonderen Schwerpunkt legt die Veröffentlichung auf den Umgang mit Stoffgruppen, die immer wieder für Unsicherheit bei Planern und Bauherren sorgen. Dazu zählen besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC – Substances of Very High Concern), Formaldehyd sowie Biozide. Die Arbeitshilfe bietet einen Überblick, in welchen Bauproduktgruppen sich die Stoffe finden und wie Risiken für Mensch und Umwelt bei der Planung und Bauausführung verringert werden können.
Die Broschüre enthält zudem Hinweise auf Planungswerkzeuge und Informationssysteme wie das Webportal WECOBIS und das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen. WECOBIS enthält umwelt- und gesundheitsrelevante Fachinformationen für alle gängigen Produkte.
Quelle und download der Broschüre: BBSR

Wärmedämmverbundsysteme mit Polystyrol

23. Juli 2015

Seit Jahren beunruhigen Medienberichte über Brände an Wohngebäuden mit Polystyrol gedämmten Fassaden. Obwohl die Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) nach deutscher Normung als „schwerentflammbar“ gelten, sind immer wieder Brandfälle aufgetreten. Die Bauministerkonferenz hat daher Versuche mit Brandszenarien veranlasst. Aus den Ergebnissen wurden von einer Expertengruppe konstruktive Maßnahmen erarbeitet. Künftig sollen diese Maßnahmen in den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen der WDVS mit Polystyrol berücksichtigt werden.

Dabei geht es vor allem um mindestens drei Brandriegel und deren Material. Auch die Befestigung der Dämmplatten und der Brandriegel wird neu geregelt. Bis zu welchem Stichtag diese konstruktiven Brandschutzmaßnahmen in die Zulassung einfließen sollen, wird laut Deutschem Institut für Bautechnik (DIBt) noch bekanntgegeben.

Weitere Informationen: Brandschutz bei WDVS, enbausa.de

KfW-Programm unterstützt barrierefreien Umbau

9. September 2014

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert zusammen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) den altersgerechten und barrierearmen Umbau von Wohnungen.

Dabei sollen Maßnahmen unterstütz werden, die für mehr Sicherheit, Orientierung und Kommunikation im Alltag verhelfen, wie bodengleiche Duschen oder schwellenlose Türen. Die vertikale Erschließung und Überwindung von Höhenunterschieden und eine moderne Raumaufteilung sollen für mehr Wohnkomfort sorgen.Ziel dieses Kreditprogrammes ist, den Anteil der altersgerechten Wohnungen zu erhöhen und gleichzeitig einen frühzeitigen und präventativen Umbau anzureizen.

Eine Kombination mit weiteren KfW-Angeboten ist auch möglich, so z.B. bietet sich eine Verknüpfung mit dem Programm zur energieeffizienten Sanierung an.

Altersgerecht umbauen (KfW)

Bremen setzt verstärkt auf Fassaden ohne Biozide

7. Januar 2014

Biozide, die eingesetzt werden, um Fassaden mit WDVS dauerhaft algenfrei zu halten sind umstritten. Sie werden ausgewaschen und gelangen dann in die Gewässer. Biozidfreie Alternativen sind bei Putzen und Farben verfügbar. Die Länder setzen bei Bauten, für die sie verantwortlich sind aber zunehmend auf Alternativen, die ohne Biozide auskommen oder gar nicht gestrichen werden müssen.

So verwendet die Immobilien Bremen AöR, die für die Landesimmobilien der Hansestadt Bremen zuständig ist, für die Fassaden von Neubauten sowie bei der energetischen Sanierung von Fassaden als vorgegebenen Standard durchweg Materialien, die keinen Anstrich benötigen. Nur in Ausnahmefällen kommen überhaupt Wärmedämmverbundsysteme zum Einsatz, dann aber mit Biozid-Additiven.

Den gesamten Artikel lesen Sie bei enbausa.

Die EnEv gilt auch bei Notreparaturen

8. Oktober 2013

Dächer oder Fassaden, die bei Naturkatastrophen wie Hagel- oder Sturmschäden oder Hochwasser beschädigt wurden, müssen nach der gültigen Wärmeschutzverordnung saniert werden. Die EnEV macht keinen Unterschied, ob es sich um eine geplante Sanierungsmaßnahme oder die Reparatur nach einem Elementarschaden handelt. Wer mehr als zehn Prozent von Dach, Fenster oder Fassade renoviert, muss dies entsprechend der jeweils gültigen Energieeinsparverordnung durchführen. Allerdings muss nicht jeder, dem Hagel Löcher in die Fassade geschlagen oder der Sturm Ziegel abtragen hat, eine Komplettsanierung von Dach oder Fassade in Auftrag geben.
Da aufwendige Reparaturen z.B. der Fassade zum Teil hohe Kosten verursachen, macht es meistens Sinn, über eine gleichzeitige Dämmung nachzudenken. Dabei entstehen nur die Zusatzkosten der Dämmung, Gerüstkosten u.ä. sind ja auf jeden Fall notwendig.

Weitere Informationen: enbausa.de

Dämmstoffe mit Öko-Zertifizierung

22. Januar 2013

Es tut sich etwas auf dem Dämmstoffmarkt. Inzwischen sind etliche Produkte für die Innen- und Außendämmung mit den Gütesiegeln natureplus oder dem Blauen Engel versehen. Beide stellen hohe Anforderungen, sowohl an die Umwelt- als auch die Gesundheitsverträglichkeit – das alles natürlich bei hoher Qualität.
Natureplus-Zertifikate sind bei Dämmstoffen noch die Ausnahme. Doch bieten erste Hersteller jetzt Einblasdämmstoffe aus Zellulose an oder auch Mattendämmstoffe auf Schafwoll- oder Hanfbasis. Auch Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) sind schon zertifiert. Groß ist mittlerweile auch die Produktpalette an Dämmstoffen und Dämmprodukten, die den Blauen Engel hat. Vor allem für Innendämmung ist die Auswahl groß.

Alle Produkte und Hersteller sind auf den Internetseiten von natureplus oder dem Blauer Engel zu finden.

Schadstoffsanierung: In Einzelfällen steuerlich absetzbar

20. September 2012

Hauseigentümer können Sanierungskosten wegen Schadstoffen, Bränden oder Gerüchen als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden. Wird durch die Sanierung eine konkrete Gesundheitsgefahr, etwa durch ein asbestgedecktes Dach abgewehrt, Brand-, Hochwasser- oder ähnlich unausweichliche Schäden, etwa der Befall mit Echtem Hausschwamm, beseitigt oder vom Gebäude ausgehende unzumutbare Beeinträchtigungen, in diesem Fall Geruchsbelästigungen, behoben, können die dafür notwendigen Kosten in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden. Der Grund für die Sanierung darf aber weder vor dem Kauf des Grundstücks erkennbar gewesen noch selbst verschuldet worden sein. Auch muss der Eigentümer Ansprüche auf Schadensersatz gegenüber Dritten verfolgen und sich den aus der Erneuerung ergebenden Vorteil gegenüber dem alten Zustand anrechnen lassen. (BFH, Urteil vom 29.03.2012; AZ VI R 21/11, VI R 70/10 und VI R 47/10)

Quelle: Ökotest Heft 09/2012 (Meldungen)

Höhere Zuschüsse für Energieberatung

28. Juni 2012

Ab 1. Juli dieses Jahres können Hauseigentümer von höheren Zuschüssen für die Energieberatung profitieren. Das erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Die Beratung durch einen Energieberater in einem Ein- bis Zweifamilienhaus wird künftig mit einem Zuschuss bis zu 400 Euro statt wie bisher 300 Euro gefördert. Zusätzlich werden eine Stromeinsparberatung mit 50 Euro und eine thermografische Untersuchung mit bis zu 100 Euro bezuschusst. Damit wird nach Schwachstellen in der Außenisolierung gefahndet. Die energetische Gebäudesanierung sei „ein Schlüssel für das Gelingen der Energiewende”, so Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).
Anträge werden vor Beginn der Beratung vom Energieberater beim BAFA gestellt.

Presseinformation des BMWI

natureplus – ein empfehlenswertes Siegel

23. April 2012

Der Wunsch nach ökologischer Bauweise und nach natürlichen Baustoffen wird immer größer. 90 Prozent unseres Lebens verbringen wir Europäer in Innenräumen. Schon eine geringe Konzentration von Wohngiften kann die Gesundheit beeinträchtigen. Deshalb sind umweltgerecht produzierte und gesundheitsverträgliche Bau- und Einrichtungsmaterialien so wichtig.

Das Qualitätszeichen natureplus wird von dem Internationalen Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen, natureplus e.V., vergeben. Das Ziel des Verbandes ist die nachhaltige Entwicklung im Bausektor. Mittlerweile sind zahlreiche Produkte mit dem Siegel auf dem Markt. Dazu gehören unter anderem Bodenbeläge wie Parkett oder Linoleum, Lacke und Lasuren oder auch Holzwerkstoffe wie Holzfaserplatten und Massivhölzer. Ebenso werden Baustoffe wie Mauerziegel, Dämmstoffe oder Wärmedämmverbundsysteme zertifiziert. Die Produkte sind im Fachhandel, zum Teil auch in guten Baumärkten zu finden.

Das natureplus Zeichen stellt anspruchsvolle Anforderungen an den Umwelt- und Gesundheitsschutz. Hierbei wird der gesamte Lebensweg eines Produktes vom Rohstoffanbau über Herstellung bis hin zur Entsorgung betrachtet, zum Beispiel die Berücksichtigung des Energieverbrauchs bei der Herstellung. In seinen Anforderungen geht es weit über das gesetzlich Vorgeschriebene und zum Teil über die Standards anderer Label aus dem Baustoffbereich hinaus. Es garantiert strenge Schadstoff-Grenzwerte und deklariert sämtliche Einsatzstoffe.

Umfangreiche Prüfungen und regelmäßige Kontrollen der Einhaltung der Kriterien gewährleisten eine hohe Glaubwürdigkeit des Zeichens. Natureplus steht für ökologische und qualitativ hochwertige Wohn- und Bauprodukte und bietet diesbezüglich Verbraucherinnen und Verbrauchern eine gute Orientierung für den Einkauf.

Weitere Informationen:
natureplus

Ganz schlechte Noten für PVC-Böden

17. Januar 2012

PVC-Bodenbeläge sind nach wie vor hochgradig mit Schadstoffen belastet, unabhängig vom Preis und von der Art des Belags. So lautet das katastrophale Urteil von Ökotest. Das Kernproblem sind die verwendeten Weichmacher, chemisch als Phthalate bezeichnet.

Das Material PVC (Polyvinylchlorid) ist ein harter, spröder Stoff. Erst wenn man Weichmacher dazugibt, wird er weicher, formbar und lässt sich etwa zu Fußböden verarbeiten. Phthalate stehen im Verdacht, Organe zu schädigen und wie ein Hormon zu wirken. Einige Weichmacher sind deshalb in Kinderspielzeug reglementiert. Phthalate können aus Produkten ausdünsten, können auswaschen oder sich durch Abrieb im Raum verteilen. Der Mensch kann Phthalate durch die Luft, über die Nahrung und die Haut aufnehmen. Gerade Kleinkinder haben beim Krabbeln und Spielen auch intensiven Kontakt mit dem Bodenbelag.

Ein Hersteller, das Unternehmen Debolon aus Dessau, stellt zum 1. Januar 2012 die gesamte Produktion auf Weichmachersysteme auf Basis nachwachsender Rohstoffe um. Es werden Weichmacher auf Zitronensäurebasis eingesetzt. So könnte erstmals ein weniger problematischer PVC-Belag auf den Markt kommen. Ob die neuartige Zusammensetzung der Bodenbeläge tatsächlich schadstoffärmer ist, werden zukünftige Tests zeigen.

Leichte Pflege und Strapazierfähigkeit sind oft die Argumente für den Kauf von PVC-Böden. Diese Eigenschaften finden sich jedoch auch bei umweltschonenderen elastischen Bodenbelägen wie Linoleum oder Kork. Linoleum ist der einzige elastische Bodenbelag, der zu einem hohen Anteil aus nachwachsenden Rohstoffen besteht und baubiologisch unbedenklich ist. Korkböden sind ebenfalls für den gesamten Wohnbereich empfehlenswert. Es gibt wirklich keine Gründe, einen PVC-Boden zu verlegen.

Weitere Informationen finden Sie bei uns, der Bremer Umwelt Beratung.

Der Heizspiegel 2011 nutzt Mietern und Eigentümern – Gutschein für Heizgutachten sichern

9. November 2011

Die Heizkostenabrechnung ist oft eine frustrierende Angelegenheit und die weitere Preisentwicklung sehen viele Menschen mit Sorge. Auch 2010 stiegen die Energiepreise wieder. Rund 35 Prozent mehr kostete die Wärme bei ölbeheizten Häusern. Bei Erdgas und Fernwärme fiel der Anstieg weniger drastisch aus. Das geht aus dem siebten Bundesweiten Heizspiegel hervor, den die gemeinnützige co2online GmbH gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund (DMB) veröffentlicht.

Auch wenn das milde Herbstwetter in diesem Jahr voraussichtlich den Verbrauch leicht senken wird, das Ende der Preisanstiege im Energiebereich ist nicht absehbar. Und so bleiben die Heizkostennachzahlungen bei Mietern und Eigentümern gefürchtet. Der häufigste Grund für hohe Nachzahlungen sind unsanierte Gebäude mit schlecht isolierten Fassaden, Dächern, Fenstern und veralteten Heizungsanlagen.

Mieter und Eigentümer sollten daher ihr Augenmerk auf die Frage richten: habe ich einen hohen oder niedrigen Heizenergieverbrauch? Hilfe bei der Bewertung des Energieverbrauchs gibt der Heizspiegel. Darin werden als Orientierungshilfe Vergleichswerte für unterschiedliche Gebäude und Energieträger veröffentlicht. So lassen sich Energieverbrauch, Heizkosten und CO2-Emissionen in kleinen und großen Häusern näherungsweise beurteilen.

Im Rahmen des Heizspiegel-Projekts können Mieter und Eigentümer gibt es eine begrenzte Zahl kostenloser Heizgutachten – sie können maximal bis zum 31.01.2012 angefordert werden. Die Werte des Gebäudes werden mit regionalen Daten verglichen und ausgewertet. Eigentümer erhalten Aufschluss über den energetischen Zustand ihres Gebäudes. Mieter bekommen eine fachliche Stellungnahme, mit der sie Ihre Hausverwaltung oder den Eigentümer neutral ansprechen und informieren können. Die Erfahrung zeigt, dass ein Viertel der Hauseigentümer danach mindestens eine wärmetechnische Maßnahme am Gebäude durchführt.

Der siebte Bundesweite Heizspiegel ist auch wieder in türkischer Sprache erhältlich.

Den Bundesweiten Heizspiegel für Deutschland gibt es als 16-seitige Broschüre kostenlos beim Deutschen Mieterbund in 10169 Berlin. (Kennwort “Heizspiegel” angeben und einen mit 0,90 Euro frankierten DIN-lang-Rückumschlag beilegen).
Außerdem kann der Bundesweite Heizspiegel 2011 mit dem Gutschein für ein Heizgutachten kostenlos heruntergeladen werden von den Internetseiten des Deutschen Mieterbunds und unter Heizspiegel.de .

Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen

27. Juli 2011

Früher war Bauen mit Naturmaterialien wie Stroh, Reet und Holz selbstverständlich. Auch heute sind nachhaltige Baustoffe bei den Bauherren wieder gefragt. Das Interesse ist durch Klimawandel, steigende Abfallmengen und die Endlichkeit fossiler Ressourcen gestiegen. Doch der Anteil an Bauwerken, die mit natürlichen Materialien gebaut werden, ist immer noch gering.

Neben Dämmstoffen gehören auch Ausbaustoffe und Anstrichsysteme zum nachhaltigen Bauen. Die Belastung der Umwelt, der Gesundheit und der Energieeffizienz ist in allen Bauphasen zu beachten. Da ist gute Beratung notwendig. Ein reines Holzhaus ist wohl aus nachwachsenden Rohstoffen, entspricht aber nicht dem heutigen Standard bei der Wärmedämmung. Es gibt aber umweltfreundliche Lösungsmöglichkeiten.

Gute Hintergrundinformationen zum Bauen mit Naturmaterialienn bietet das Internetportal der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe.

www.natur-baustoffe.info

... oder ecoNavi

Versammlung kann Dämmung durchsetzen

21. Juni 2011

Eine Eigentümerversammlung kann eine Volldämmung auch gegen den Willen einzelner Miteigentümer durchsetzen. Das gilt zumindest dann, wenn mit dieser Maßnahme bestehende Mängel dauerhaft beseitigt werden. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt (Az.: 20 W 138/08), wie die Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltsverein mitteilt.

Im dem Fall hatte sich in einer Eigentumswohnung Schimmel gebildet. Schuld daran waren Mängel der Fassade. Ein Gutachten ergab, dass zur Behebung des Mangels entweder die Giebelseite für 17.000 Euro oder die komplette Hausfassade für 34.900 Euro gedämmt werden könnte. Die Wohnungseigentümer beschlossen, die komplette Hausfassade zu dämmen. Ein Wohnungseigentümer hielt das nicht für erforderlich und meinte, eine Teildämmung sei ausreichend.

Seine Klage war jedoch erfolglos. Die Wärmedämmung der gesamten Hausfassade stelle keine bauliche Veränderung dar. Die Renovierung geschehe aufgrund der Mängel der Fassade und somit liege eine modernisierende Instandsetzung vor. Bei einer Teildämmung bestehe die Gefahr, dass sich an den nicht gedämmten Bauteilen Schimmel bilde, argumentierten die Richter. Angesichts dieses Risikos würde jeder wirtschaftlich denkende Wohnungseigentümer eine Volldämmung wählen.

Weser Kurier, Immobilien & Wohnen, vom 18. Juni 2011

Kastenfenster für denkmalgeschützte Altbauten

14. Juni 2011

Bei EnBauSa.de, dem Portal für energetisches Bauen und Renovieren, wird das Zuluftkastenfenster als eine sinnvolle Variante bei der Sanierung von denkmalgeschützten Altbauten vorgestellt. Während moderne Fenster häufig weder optisch noch technisch zu der historischen Bausubstanz passen, kann ein Zuluftkastenfenster auch heutigen Ansprüchen durchaus genügen.

„Durch Öffnungen am unteren Außenrahmen und oben am Innenrahmen strömt die frische Zuluft in den Raum hinein. Der Vorteil: durch die solare Strahlung wird die Luft im Zwischenraum vorgewärmt. Dadurch erreicht das Kastenfenster, das aus zwei einfachverglasten Elementen besteht, … einen U-Wert von 1,2 w/m2K, der rechnerisch nachweisbar ist. Zusätzlich verhindere das stetige Durchströmen trockener Frischluft die Kondenswasserbildung im Fensterzwischenraum.“

Quelle: enbausa.de

Förderung für energetische Modernisierung wieder aufgenommen – Zuschuss zu Einzelmaßnahmen erneut möglich

4. Februar 2011

Die Förderung für Einzelmaßnahmen bei der Sanierung von Gebäuden wird nach einer Pause zum 1. März 2011 wieder aufgenommen. Der Investitionskostenzuschuss von bis zu fünf Prozent für energiesparende Einzelmaßnahmen wie eine Dachdämmung oder die Heizungserneuerung war zwischenzeitlich ausgesetzt worden, kann jedoch bald wieder beantragt werden.
Das Förderprogramm mit der Nummer 430 wendet sich an Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern und Wohnungseigentümergemeinschaften. Sie können neben der bestehenden Möglichkeit zinsgünstige Kredite zu beantragen auch direkt profitieren. Gefördert werden die Dämmung von Außenwänden, Dachflächen und Geschossdecken, die Erneuerung von Fenstern und Außentüren, der Einbau einer Lüftungsanlage und die Erneuerung der Heizung. Wer einzelne oder auch eine Kombination dieser Einzelmaßnahmen durchführt kann fünf Prozent der Investitionssumme, maximal 2.500 Euro pro Wohneinheit erhalten. Die Förderung gilt für Wohngebäude, deren Bauantrag vor dem 1.1.1995 gestellt wurde.
Die einzuhaltenden technischen Mindestanforderungen für eine Förderung, zum Beispiel die Dämmschichtdicke oder der Wärmedurchgang durch die Fenster wurden verschärft. Bei der Heizungserneuerung sind der Einbau einer stromsparenden Pumpe und die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs vorgeschrieben. Alle Anforderungen sind in den Förderkonditionen definiert. Auch Kosten zur Qualitätssicherung zum Beispiel durch die Prüfung der Luftdichtigkeit sind zusätzlich förderfähig. Für alle Anträge gilt, dass ein zugelassener Sachverständiger bestätigen muss, dass die Maßnahme energetisch sinnvoll ist.
Finanziell noch interessanter ist die zusätzliche Förderung für eine qualifizierte Baubegleitung mit bis zu 50 Prozent der Kosten (maximal 2000 Euro) über das Programm 431. Die Planung und Qualitätssicherung der auszuführenden Arbeiten schont nicht nur die Nerven der Eigentümer sondern beugt auch einer fehlerhaften Bauausführung vor. Vorausgesetzt wird hier, dass eine Förderung der Baumaßnahmen selbst per Zuschuss oder Kredit bei der KfW beantragt wurde.
Ob eine Kombination mit den Kreditprogrammen der KfW für eine geplante Maßnahme möglich ist, kann über das Infocenter der KfW (Telefon 01801 33 55 77) abgefragt werden.
Für Eigentümer ergeben sich neben der Senkung der Nebenkosten und der Werterhaltung des Gebäudes mit der energetischen Sanierung auch eine wesentliche Erhöhung des Wohnkomforts.
Weitere Informationen:
KfW Förderbank

Infrarot-Thermografie – wann lohnen die Aufnahmen bei Wohngebäuden?

17. Dezember 2010

Thermografie-Aufnahmen von Gebäuden werden mittlerweile oft angeboten. Von den bunten Bildern erhoffen sich so manche Hausbesitzer wertvolle Hinweise für Sanierungsmaßnahmen. Doch wann sind Thermografiebilder sinnvoll?
Mit Hilfe der Infrarot-Thermografie wird die Wärmeabstrahlung eines Objekts bildlich dargestellt. Über die Temperaturverteilung wird sichtbar, welche Bauteile mehr und welche weniger Energie in Form von Wärme abgeben. Unterschieden wird zwischen Innen- und Außenthermografie.
Die Außenthermografie bestimmt grob den wärmetechnischen Zustand eines Gebäudes und macht Wärmebrücken sichtbar. Nicht geeignet ist sie jedoch z.B. bei hinterlüftetem Vormauerwerk (Klinker) oder vorgehängten Fassaden. Sind Dämmmaßnahmen durchgeführt worden, so kann die Thermografie zur Qualitätssicherung eingesetzt werden, da Fehler in der Ausführung der Wärmedämmung durch höhere Bauteiltemperaturen sichtbar werden.
Einige Dämmfehler können nur mit der Innenthermografie identifiziert werden. Zusätzlich sind weitere spezielle Untersuchungen an Gebäuden möglich. So können z.B. Leckagen bei Wasser- oder Heizungsleitungen festgestellt werden. Auch die Luftdichtheit der Gebäudehülle kann besser überprüft und schimmelgefährdete Wandbereiche identifiziert werden.

Voraussetzungen für Thermografie-Aufnahmen

Wichtigste Randbedingung für aussagekräftige Bilder ist die Temperaturdifferenz zwischen innen und außen. Mindestens 15 Grad Unterschied sollten über minimal zwölf Stunden herrschen, damit die Wärmeabstrahlung der Bauteile gut sichtbar wird. Der Temperaturunterschied sollte über diese Zeit möglichst wenig schwanken. Das heißt, das Gebäude muss vorher ausreichend lange und gleichmäßig über alle Räume beheizt sein. Sonneneinstrahlung, feuchte Bauteile durch Regen oder Schnee und Wind verfälschen die Bilder. Auch große Möbelstücke oder dicke Gardinen vor Außenwänden können die Ergebnisse beeinflussen und sollten vorher entfernt werden.
Für gute Ergebnisse sind eine teure Ausrüstung und die fachgerechte Auswertung durch erfahrene Fachleute erforderlich. Bei sehr preisgünstigen Angeboten ist daher Vorsicht geboten.
Soll die fehlerfreie Ausführung von Sanierungsarbeiten kontrolliert werden, so ist die gleichzeitige thermografische Untersuchung der Gebäudehülle in Verbindung mit einem Luftdichtheitstest optimal (so genannter Blower-Door Test).

Thermografien sind keine alleinige Entscheidungsbasis für Dämmmaßnahmen. Wichtiger und immer empfehlenswert ist eine qualifizierte Energieberatung.

Die Energieberatung vor Ort wird von der Bundesregierung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.

Wiki-Internetprojekt über nachwachsende Rohstoffe

28. Oktober 2010

Wer schon immer mal wissen wollte was Mersawa, Napiergras und Blindholz ist und wie der Mensch diese Rohstoffe nutzt, der ist richtig beim Wiki-Internetprojekt über nachwachsende Rohstoffe. Die Online-Enzyklopädie soll dazu beitragen, die Qualität des Themenbereichs im Portal Wikipedia zu verbessern. 557 Stichworte wurden fachlich bearbeitet, 434 Artikel komplett neu erstellt oder umfangreich saniert. Die Themen reichen von Rohstoffpflanzen wie Raps, Mais oder Hanf über Bioenergie, Biotechnologie und Holzwirtschaft bis zur Werkstoffentwicklung.
Aber auch weiterhin sollen bisher fehlende Artikel neu erstellt, vorhandene Beiträge ausgebaut und – wo nötig – verbessert werden. Dieses Projekt dient auch dazu, die Arbeit der zum Thema aktiven Wikipedia-Autoren abzustimmen, weitere Mitarbeiter sind jederzeit willkommen. Die neuen Themen für die noch dringend Autoren gesucht werden oder die Artikel, die überarbeitet werden müssen sind angegeben.
Wiki Projekt Nachwachsende Rohstoffe

Welchen Nutzen haben Entfeuchtungsputze?

5. Oktober 2010

In etlichen älteren Häusern finden sich Mauerbereiche im Keller oder Souterrain, die Feuchteschäden zeigen. Seitlich von außen eindringende oder von unten aufsteigende Feuchtigkeit kann Salze aus dem Mauerwerk an die Oberfläche transportieren und zu Ausblühungen führen. Salzablagerungen an der Oberfläche sind also ein Zeichen für erhöhte Mauerwerksfeuchte. Schlimmstenfalls führt die Salzbildung zu Putzabplatzung und / oder die Feuchtigkeit zu Schimmelbefall.

Im Handel sind sogenannte Entfeuchtungsputze zu bekommen, die eine kostengünstige Lösung bieten sollen. Entfeuchtungsputze werden ähnlich wie Sanierputze in zwei oder drei Lagen mit unterschiedlichen Körnungen aufgebracht. Die erste sehr grobkörnige Putzlage enthält viele Hohlräume und wird direkt auf die feuchte Wand aufgebracht. Auf dieser Schicht wird als Sicherheitslage ein mittelkörniger Putz hergestellt und dann eine dichte Putzlage aufgebracht, die nur den Wasserdampf hindurch treten lässt.

Wie wirken Entfeuchtungs- oder Sanierputze?
Diese Putzsysteme sind eigentlich dazu gedacht Salze in der unteren Putzlage auskristallisieren zu lassen, ohne dass dadurch Schäden entstehen. Sie funktionieren, indem der Unterputz sehr porös ist und sich dort Salzkristalle einlagern können, ohne dass sich innerhalb der Schichtung ein Sprengdruck aufbaut. Der Oberputz ist hydrophobiert, das heißt wasserabweisend eingestellt. Dadurch wird erreicht, dass das Salz weiter innen auskristallisiert und das Wasser nur noch gasförmig entweichen kann. Wasser gelangt somit nicht mehr in flüssiger Form durch feinste Kanälchen (kapillar) an die Oberfläche des Putzes.
Vermeintlich wird dadurch die Wand getrocknet. Tatsächlich ist die Oberfläche des Putzes trockener als bei normalen Putzen. Jedoch nimmt die Feuchtigkeit hinter dem Oberputz sogar zu, weil Wasser nicht mehr in flüssiger Form über die Kapillarleitung an die Oberfläche gelangen und dort verdunsten kann, sondern nur noch dampfförmig abtrocknen kann. Zudem müssen die Wandkonstruktionen für den Aufbau geeignet sein. Bei versalzenem Mauerwerk sind Sanierputze oft die richtige Wahl. Bei einer nur mäßigen Feuchtigkeit des Mauerwerks bleibt die Putzoberfläche trocken. Erfahrungsgemäß lässt die Wirkung der Entfeuchtungsputze – ebenso wie die von Sanierputzen – nach 15 Jahren nach, da die Poren im Putz allmählich mit Salzen gesättigt werden.

Sanier- und Entfeuchtungsputze eignen sich somit nicht als alleinige Abdichtungs- und Trockenlegungsmaßnahme. Durch ihre Verwendung wird das Mauerwerk weder dauerhaft entfeuchtet noch grundsätzlich saniert. Dazu muss gleichzeitig die Ursache für die Durchfeuchtung gesucht und beseitigt werden. Vielmehr werden die genannten Putze häufig als flankierende Maßnahme zu den unterschiedlichen Mauertrockenlegungsverfahren verwendet. Mit ihnen wird die Wiederherstellung der ursprünglichen Oberflächenwirkung des Mauerwerks erreicht.

Für Sanierputze gibt es Qualitätsanforderungen des „Wissenschaftlich-technischen Arbeitskreis für Denkmalpflege und Bauwerkssanierung e.V.“ (WTA). Diese Anforderungen sind in der Vorschrift WTA2-2-91 festgehalten und sollten von einem gewählten Produkt eingehalten werden.

Förderstopp aufgehoben – Bundeszuschuss für Solarkollektoren, Biomasseheizungen und Wärmepumpen

11. August 2010

Seit Mitte Juli werden Solaranlagen, Biomasseheizungen und Wärmepumpen wieder über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Der Anfang Mai erlassene Programmstopp des MAP (Marktanreizprogramm erneuerbare Energien) wurde aufgehoben, Förderanträge können wieder gestellt werden. Da sich die Förderrichtlinien jedoch geändert haben, sind für neue Anträge unbedingt die neuen Antragsformulare zu verwenden.

Die Förderung wird auf die innovativsten Technologien konzentriert, dazu zählen u. a. Solarkollektoren zur kombinierten Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung, Solarkollektoren zur Kälte- und Prozesswärmeerzeugung, Pelletkessel und hocheffiziente Wärmepumpen. Nicht mehr gefördert werden Anlagen im Neubau. Ebenso entfällt künftig eine Förderung für bereits breit im Markt etablierte Technologien wie z. B. Solarkollektoren zur reinen Trinkwassererwärmung oder solche Technologien mit einer guten Wirtschaftlichkeit, wie luftgeführter Pelletöfen, Scheitholzvergaserkessel und weniger effizienter Wärmepumpen.

Alle bis zur Verkündung des Programmstopps am 3. Mai 2010 beim BAFA eingegangenen Anträge erhalten die volle Förderung nach den alten Konditionen. Im Zeitraum vom 4. Mai 2010 bis zum 11. Juli 2010 beim BAFA eingegangene Anträge werden abgelehnt. Sind Anlagen auch nach den neuen Förderrichtlinien förderfähig, so ist eine erneute Antragstellung erforderlich.

Die Förderbedingungen und Antragsformulare sind im Internet auf der Seite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle verfügbar (www.bafa.de).

Quelle: Mitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vom 08.Juli 2010